In manchen Fällen können Beschwerden auch Monate nach einem Zeckenstich weiterhin bestehen oder erneut auftreten. Wenn Symptome länger als sechs Monate anhalten, wird häufig von einer chronischen Borreliose oder von anhaltenden Beschwerden nach einer Borreliose-Infektion gesprochen.
Erschwerend kommt hinzu, dass Borrelien im späteren Verlauf nicht immer eindeutig nachweisbar sind. Laboruntersuchungen können unauffällig sein, obwohl weiterhin Beschwerden bestehen. In solchen Fällen werden Symptome mitunter anderen Ursachen zugeordnet, beispielsweise psychosomatischen oder depressiven Störungen. Für Betroffene kann dies belastend sein, insbesondere wenn sie sich mit ihren körperlichen Beschwerden nicht ausreichend ernst genommen fühlen.
Typisch sind wiederkehrende oder schubweise auftretende Symptome, die sich zeitweise verbessern und später erneut auftreten können.
Zu den häufig berichteten Beschwerden zählen:
anhaltende Erschöpfung und ausgeprägte Müdigkeit
Schlafstörungen
depressive Verstimmung oder Antriebslosigkeit
Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit
wiederkehrende Gelenkschmerzen oder Gelenkschwellungen
Muskelbeschwerden oder Muskelschwäche
Kopfschmerzen
Missempfindungen wie Kribbeln oder Brennen der Haut
Herzklopfen, insbesondere nachts
In seltenen Fällen kann es auch zu Spätmanifestationen wie einer Acrodermatitis chronica atrophicans (ACA) kommen, einer typischen Hautveränderung im Spätstadium der Borreliose.
Da Borreliose-Symptome sehr vielfältig und teilweise unspezifisch sind, kann die Diagnose komplex sein. Bestehen anhaltende Beschwerden nach einer Borreliose, ist eine sorgfältige ärztliche Abklärung wichtig, um andere Ursachen auszuschließen und eine geeignete Therapie zu planen.